QR Codes, ein neuer Marketing-Trend?
29. Januar 2012 von Ingo
Sie sind bekanntermaßen nicht neu, allerdings führten die kleinen pixeligen Codes bisher für mich ein eher unbeachtetes Dasein. Erst als ich vor kurzem den Auftrag erhielt, Visitenkarten zusätzlich mit einem QR-Code zu schmücken, rückte das Thema in mein Blickfeld. Die Idee dahinter, alle relevanten Daten als vCard für das Mobiltelefon des Kunden zur Verfügung zu stellen, erscheint praktisch und liegt scheinbar voll im Trend. Allerdings hielt sich meine Begeisterung über den Kundenwunsch erst einmal in Grenzen, da ich auf die liebevoll gestaltete Visitenkarte im Standardformat (85 x 55 mm) nun auch noch diesen ästhetisch fragwürdigen Kasten unterbringen sollte. Das allerdings sollte sich als das kleinste Problem herausstellen. Sehr schnell zeigte sich nämlich, dass nicht jeder QR-Code Reader und schon gar nicht jedes Handy den Code überhaupt interpretieren kann.

Die Lesbarkeit eines QR-Codes ist, wie ich feststellen durfte, abhängig von folgenden Faktoren:
1. Hardware: ältere Mobiltelefone können teilweise nur wenige codierte Informationen verdauen (max. 300 Zeichen).
2. Software: es existieren zahllose Apps unterschiedlicher Qualität für unterschiedliche Betriebssysteme. Falls ein Code z.B. von einem App verstanden wird, heißt das noch lange nicht, dass andere Apps das auch auf die Reihe kriegen (von Apps anderer OS ganz zu schweigen).
3. Die Anzahl der im Code gespeicherten Informationen (siehe auch Punkte 1 und 2). Grundsätzlich gilt hier: je mehr Informationen codiert werden, desto komplexer wird der Code und stellt somit auch höhere Anforderungen an die Technik. Um zu gewährleisten, dass möglichst viele Geräte den Code entziffern können, sollte man die Informationen also auf das Nötigste beschränken (Grundsatz: weniger ist mehr).
4. Die Größe der Abbildung: je größer die Abbildung des Codes, desto besser ist seine Lesbarkeit. Auch das hängt allerdings wiederum von der verwendeten Technologie und der Menge der codierten Informationen ab.
5. Der Kontrast: je stärker der Kontrast des Codes zum Hintergrund, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass dieser auch gelesen werden kann. Idealfall hier: schwarz-weiß.
Die Codes selbst lassen sich ganz einfach von kostenlosen Diensten wie goqr.me erstellen. GOQR.ME zeigt übrigens auch direkt auf der Startseite wie die Codes am besten funktionieren: Schwarz auf Weiß, mit wenig Inhalt und schön prominent!
Man darf gespannt sein, ob, ungeachtet des tatsächlichen Mehrwertes, die Technik unserer Kommunikationsverhalten verändern wird.

