Was macht eigentlich so ein Key Account Manager, und warum ist ein Markenrelaunch in Wahrheit das Eingeständnis in eine katastrophale Markenführung? Unorthodoxe Antworten auf diese und ähnliche Fragen aus dem Bereich Marketing bietet das Werbe-Kolleg des Marketingblogs “Marketing für Besserwerber”. Die Analyse vieler großartig klingender Begriffe aus der Welt des Marketings offenbart eine beachtliche Kreativität während des Wortschöpfungsprozesses. Das Verständnis und die Zweckmässigkeit mancher Begriffe bleiben hingegen oft auf der Strecke. Dem Unterhaltungswert der Begriffsdefinitionen des Kollegs ist das allerdings eher förderlich.
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Eine Autorität: Der Schlüsselkontoverwalter. © Ingo Wilsdorff

Einen nicht mehr ganz frischen, aber immer noch aktuellen Beitrag von Josef Joffe zum Thema Marketingsprache gibt es auf Zeit Online zu lesen: “An die Wand geworfen”. Als eine der Ursachen für die sprachliche Aufblähung und Anglisierung einfacher Aussagen macht der Autor den laienhaften Umgang mit dem Präsentationsprogramm PowerPoint mitverantwortlich. Den “suboptimalen” Umgang mit der Sprache gab es ganz sicher schon vor der Erfindung aus dem Hause Microsoft. Allerdings hilft PowerPoint nach Meinung des Autors dem schwächeren Redner seinen Mangel an Eloquenz, Charisma und substantiellem Inhalt mithilfe von visuellen Effekten und vermeintlich präzisen Kernaussagen (Bulletpoints) zu kaschieren. Außerdem interessant ist folgende Aussage Joffes zum opportunistischen Umgang mit Sprache: “Weil der Schwall der Wörter ein gutes Versteck bietet. Wer die Schärfe meidet, eckt nicht an, provoziert keine Kritik. Die basic issue ist es, defensive oder gar aggressive Reflexe zu minimieren; sonst kostet es Kunden und Wähler. Hier vereint sich also Marketing-Sprech mit Political Correctness. Niemandem wehtun, am wenigsten sich selber. Lau badet’s sich gut, im Schaum noch besser.” Und wirklich gewinnt man während der einen oder anderen Präsentation den Eindruck, dass es dem Vortragenden lediglich darum geht, Kompetenz vorzutäuschen statt Sachverhalte zu erklären und dabei bloß niemandem auf die Füße zu treten.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch verlieh im April zum zweiten Mal den “Goldenen Windbeutel” für die dreisteste Werbelüge des Jahres. Der vermeintlich glückliche Gewinner ist das Produkt “Monte Drink” aus dem Hause Zott. Der Hersteller verdankt die Auszeichnung seinen Bemühungen das stark zuckerhaltige Getränk als gesunde Zwischenmahlzeit in seine minderjährige Zielgruppe zu bringen. Ziel der jährlichen Preisvergabe ist es, auf irreführende Kommunikationsmaßnahmen der Lebensmittelindustrie aufmerksam zu machen und den Verbraucher dazu zu ermutigen, sich gegen Werbelügen zu wehren. Auf abgespeist.de werden regelmäßig irreführende Werbemaßnahmen präsentiert.

Die größte deutsche Studie zum Stellenwert des Designs wurde kürzlich vom Markenverband, dem Rat für Formgebung und Scholz & Friends durchgeführt. Das Ergebnis basiert auf einer Online-Umfrage der Mitgliedsunternehmen des Markenverbandes und dem Rat für Formgebung. Die Untersuchung belegt, daß die Bedeutung des Designs weit über den ästhetischen Mehrwert und den Alleinstellungsmerkmalen von Marken hinausreicht. Innovatives Design macht es beispielsweise überhaupt erst möglich, daß hochkomplexe Geräte wie Mobiltelefone einfach und intuitiv bedienbar sind. Der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen durch nachhaltige Designpolitik hat ebenfalls an Bedeutung gewonnen. Für das Unternehmen letztendlich entscheidend ist der betriebswirtschaftliche Mehrwert von Design. Dieser wird immer noch oft unterschätzt und in Folge wird hier häufig gespart. Welches Unternehmen will es sich, besonders in Krisenzeiten, schliesslich leisten in Schönheit zu sterben? Daß Design allerdings mitnichten ein verzichtbarer Bestandteil hochwertiger Kommunikation ist, beweist recht eindrucksvoll und in Zahlen die aktuelle Studie “Die Schönheit des Markenmehrwertes”. So geben z.B. 70% der befragten Unternehmen an, “dass Design einen großen Einfluss auf die Gesamtrendite ihres Unternehmens hat”. Den Bericht, sowie die Studie kann man sich auf der Homepage des Rats für Formgebung ansehen. >zum Artikel


Quelle: german-design-council.de

Matchbox Revival

Auf eine charmante Art einen Songtext zu präsentieren stieß ich bei der (mir bis dato völlig unbekannten) tschechischen Band “Navigators”. Streichholzschachteln dienen in diesem Musikvideo als Projektionsebene für den Liedtext. Dabei wirkt die Grafik längst vergangener Zeiten in Kombination mit Streichholzschachteln im Zeitalter des elektronischen Feuerzeugs wie eine Reminiszenz an die gute alte Matchbox.

Geschenkt ist noch zu teuer

Herzlichen Glückwunsch! Zum 20-jährigen Jubiläum des MediaMarkt Österreich hat sich die Media-Saturn-Holding GmbH für seine alpine Kundschaft etwas ganz besonderes ausgedacht: zur Feier gibts einen HD Flachbildschirm Fernseher geschenkt! Offeriert von dem wandlungsfähigen und “coolen Kulis” im folgenden Spot. Und um gleich noch eins draufzusetzen: 799 Euro gibt es noch dazu! Oder soll man nur 799 Euro für das Präsent bezahlen? Aber ist ja auch egal, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul und geschenkt ist schliesslich geschenkt. Ich bin doch nicht blöd? – Der Konzern beurteilt seine Landsleute offenbar etwas anders. Oder aber in der Alpenrepublik wird der Begriff Geschenk völlig anders definiert als im übrigen deutschsprachigen Raum.

Wer hat sich nicht schon mal die Frage gestellt, warum die sogenannte “werberelevante Zielgruppe” lediglich Personen zwischen dem 14. und dem 49. Lebensjahr umfasst und wer hat sich das eigentlich ausgedacht hat?

Offensichtlich haben Teenager vollkommen andere Interessen als die erwerbstätigen Konsumenten oder die “Empty Nesters” (Marketing-Sprech). Ganz zu schweigen von den weitaus umfangreicheren finanziellen Möglichkeiten und den gestiegenen Ansprüchen eines Erwachsenen. Das enorme Marktpotenzial der Generation Plus hat die Wirtschaft längst erkannt, dennoch werden die Konsumenten jenseits der 49 von den Marktforschern weitestgehend ignoriert.

Die Definition der werberelevanten Zielgruppe ist der größte Irrtum des deutschen Marketings schreibt Helmut Sendlmeier. Was zu diesem immer noch weit verbreiteten Irrglauben führte, erfährt man in seinem Beitrag für das Manager Magazin. >zum Artikel

Versteckte Botschaften

Das in bekannten Markenlogos häufig viel mehr steckt als vordergründig erkennbar ist, belegt ein Beitrag von “THEROXOR”. Kevin zeigt anhand von 23 ausgewählten Logobeispielen, dass mit Hilfe subtiler Gestaltung in einer Bildmarke zusätzliche, auf den ersten Blick kaum wahrnehmbare Informationen enthalten sein können. Den Toblerone Schriftzug in Verbindung mit dem stilisierten Matterhorngipfel kennt vermutlich jeder Schokoladenfreund, den Berner Bären als Hinweis auf den Standort der Firma Toblerone erkennt man (bei intensiverer Betrachtung) allerdings erst auf den zweiten Blick. Dieses, und andere Beispiele gibt es hier zu entdecken: >zum Artikel

Wo steckt der Bär?

Auch Erich Kästner fragte sich schon “Wird’s besser? Wird’s schlimmer?” Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich.” Aber wer nichts riskiert, der wird auch nichts erreichen. Gemeinsam werden wir hoffentlich auch im kommenden Jahr gewinnen!

Und damit es im neuen Jahr rund läuft, gibt es jetzt den “wilsdorff.biz – Glücksbaum 2010”, verbunden mit den besten Wünschen für das kommende Jahr! >Den Glücksbaum gibt es hier zum Download als PDF

Garantiert geruchsneutral!

Interview mit Eike König

Eike König, der Gründer der Berliner Design Studios Hort, spricht in diesem Interview über seine Design-Philosophie und die Begeisterung für seinen Beruf. Er selbst bezeichnet sein Unternehmen als “eine Art großer und bunter Spielplatz”. Während in den Design- und Werbeagenturen die Arbeit mit dem Mac den Arbeitsalltag der Kreativen dominiert, geht es bei Hort um multidisziplinäre Zusammenarbeit und absolute gestalterische Freiheit. Auf www.hort.org.uk kann man sich selbst ein Bild machen.

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